04/10/2009 : NZZ On Line
3000 Personen demonstrieren gegen AKW FessenheimStarke Kontrollen anlässlich der Kundgebung in Colmar
Rund 3000 Atomkraftgegner aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland haben am Samstag im elsässischen Colmar gegen den Weiterbetrieb des französischen Kernkraftwerks Fessenheim am Rhein protestiert. Die Organisatoren hatten bis zu 35'000 Personen erwartet.
(sda/afp) Der Protest richtete sich gegen eine mögliche Verlängerung der Betriebsdauer des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs um weitere zehn Jahre. Fessenheim wurde Ende 1977 in Betrieb genommen und wird in der nächsten Zeit verschiedenen Inspektionen unterzogen. Zudem verlangten die Demonstranten einen Ausstieg aus der Atomkraft für ganz Europa.
Der Schweizer Ableger des französischen Netzwerks «Sortir du nucléaire» verglich in einer Mitteilung vom Samstag das AKW Fessenheim mit jenem in Mühleberg: Für eine Sanierung seien grosse Summen nötig, die aber genauso gut in die Entwicklung von erneuerbaren und sicheren Energie gesteckt werden könnten.
Die Kundgebung verlief friedlich. Von Zwischenfällen gab es keine Meldungen. Unter den Teilnehmern waren auch viele Familien mit Kindern. Nebst dem Protest gegen die Atomkraft wandten sie sich in Sprechchören auch gegen die umfangreichen Sicherheitsmassnahmen.
Ein Grossaufgebot der Polizei hatte die Innenstadt mit drei Meter hohen Metallbarrieren abgeriegelt und errichtete Sperren auf den Zufahrtsstrassen. Die französische Polizei nahm an den Grenzen Kontrollen der Ausweispapiere vor.
Laut einem Sprecher von «Sortir du Nucléaire» blieb rund ein Dutzend Busse zunächst an der Grenze blockiert. Die Behörden begründeten die Massnahmen damit, dass mehrere zehntausend Demonstranten erwartet würden.
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